Im Rahmen des Gesellschafter-Projekts der Aktion Mensch organisiert EYZ 3 themenorientierte bundesweite Filmfestival. Das 1. mit dem Titel "ueber arbeiten" zu 'Arbeit, Wirtschaft, Globalisierung' startete am 2. November 2006 und lief bis Juni 2007. Nachfolgend der Artikel der Gesellschafter-Zeitung zur Filmtournee:
"Der Wert der Arbeit"
„Die Gesellschafter“ touren durch deutsche Kinos. Im Gepäck: Elf Dokumentarfilme, die Einblicke in die Vielfalt aktueller Arbeitswelten bieten.
Wenn ein US-Amerikaner eine Kundendienstnummer wählt, weil sein Computer streikt, sitzt sein Gesprächspartner häufig nicht im selben Land, sondern zum Beispiel im indischen Bombay. Die Telefonisten in den dortigen Callcentern arbeiten in einer simulierten amerikanischen Welt, denn sie müssen sich der Kultur ihrer Anrufer so anverwandeln, dass diesen das Gespräch um die halbe Welt nicht bewusst wird.
Unerwartete globale Verbindungen wie diese zeigt das bundesweite Filmfestival „ueber arbeiten“, das die Aktion Mensch von November 2006 bis März nächsten Jahres quer durch die Republik schickt. Zentrales Thema sind die Begriffe „Arbeit“, „Wirtschaft“ und „Globalisierung“.
Elf Dokumentarfilme beleuchten exemplarisch Bedeutung und Zukunft der Erwerbsarbeit für unsere Gesellschaft: Wie wir uns über die Suche, das Nachgehen, den Verlust oder den Mangel von Erwerbsarbeit definieren und welche Folgen das hat für den Einzelnen und für das Zusammenleben in der Gesellschaft; wie die Arbeit oder ihre Abwesenheit eng mit wirtschaftlichen Entwicklungen hier und durch die Globalisierung auch in anderen Ländern verzahnt ist. Arbeit bedeutet längst nicht mehr nur die unverzichtbare Sicherung des Lebensunterhalts, sie ist entscheidend für den Wert, den die Gesellschaft dem Einzelnen und jeder Einzelne sich selbst beimisst, und sie ist zugleich zu einem Produkt geworden, das internationaler Konkurrenz unterliegt.
Die elf Filme begleiten beispielsweise deutsche Jugendliche bei dem Versuch, den Einstieg in die Arbeitsgesellschaft zu schaffen, sie führen plastisch vor Augen, was ein Leben ohne Arbeit heute konkret bedeuten kann, oder sie geben mit drei Frauen, die trotz ihres hohen Alters nicht daran denken, in den Ruhestand abzutreten, einen unerwarteten Kommentar zur Diskussion um Rente und Lebensarbeitszeit.
Das Festival schaut aber nicht nur nach Deutschland, sondern öffnet seinen Blick auch auf internationale Zusammenhänge: „ENRON“ ermöglicht rare Innenansichten in die Strukturen des gleichnamigen Konzerns, dessen Insolvenz auf dem Rücken von zehntausenden Angestellten ausgetragen wurde. Andere Filme zeigen Arbeitsbedingungen von Näherinnen in China, die an längst überwunden geglaubte Zustände im 19. Jahrhundert hierzulande erinnern, oder die Verdrängung indianischer Ureinwohner durch internationale Wirtschaftsinteressen.