Vom 17. bis zum 23. November 2005 fand zum zweiten Mal ONE WORLD BERLIN – Medienfest zum Thema Menschenrechte statt. ONE WORLD BERLIN wurde vom Haus der Demokratie und Menschenrechte sowie von EYZ veranstaltet.
Zwei Programme eröffneten die Diskussion um Grundrechte zwischen Theorie und Praxis: FIRST AMENDMENT PROJECT und GG19. Menschenrechte gelten als absolutes Ideal innerhalb des politischen Diskurses, das mitunter heute noch latent mit manichäischen Mustern operiert. Auflösungsprozesse von traditionellen links-rechts/progressiv-reaktionär (und implizit auch gut-böse) Kategorien veranschaulichte Rosa von Praunheims Film MÄNNER, HELDEN, SCHWULE NAZIS über das ambivalente Verhältnis von Teilen der schwulen Subkultur zu rechten Ideen und faschistischer Ästhetik.
Rosa von Praunheims drei Zeitzeugenporträts von schwulen Männern und ihren Erfahrungen während des NS-Regimes bot eine Sicht aus der „Opferperspektive“, wobei auch hier herkömmliche Sichtweisen hinterfragt wurden. (20.11.)
In einigen Programmen wurden Menschenrechtsverletzungen aufgezeigt, z.B. in Tschetschenien (THE 3 ROOMS OF MELANCHOLIA), Lateinamerika (LOS SIN TIERRA: POR LOS CAMINOS DE AMÉRICA; COMO BUSH GANÓ LAS ELECCIONES (EN ECUADOR) und in der Demokratischen Republik Kongo (THE PEACEKEEPERS). Gleichzeitig sind in diesen Filmen auch Kräfte aktiv, die individuell, im Kollektiv oder innerhalb von Organisationen wie der UNO diese Missstände beheben wollen. Initiativen, die sich aktiv für Menschenrechte einsetzen – für die Verbesserung von Lebensumständen, für die Eröffnung eines interkulturellen und interreligiösen Dialoges – standen im Mittelpunkt der Filme SHOOT BACK! GESCHICHTEN AUS DER UNTERWELT, WIR KÖNNEN DEN HASS NUR VERRINGERN und ONE.
Zwei Projekte zeigten Modelle für einen kreativen und emanzipatorischen Umgang mit Film auf. Beim Kurzfilmwettbewerb BL!NDSPOT geht es um das Leben mit Behinderung im Spiegel der Menschenrechte. Thema: Innere Bilder nicht-sehender Menschen und deren Vorstellung davon, was in der Umwelt passiert. Einige Filme wurden von gemischten Nicht-Sehenden/Sehenden-Teams realisiert; so gelang es, ausgerechnet mit dem visuellen Medium Film, Brücken zu schlagen.
GENDER MONTAGE heißt eine Reihe von Filmen aus den postsowjetischen Staaten. Teil des Projektes ist die Ausbildung von NachwuchsfilmemacherInnen aus diesen Ländern. Die entstandenen Beiträge boten eine originäre Sicht auf Lebensumstände und Rollenverständnis von Frauen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Transformation.
Regisseure, Menschenrechts-Experten und andere Gäste begleiteten das Programm mit Diskussionen und Gesprächen.
Kooperationspartner 2005
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Programm ONE WORLD BERLIN 2005 |
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