Vom 27.4. bis 6.5.2005 fand zum 7. Mal das One World International Human Rights Documentary Film Festival in Prag statt. Zeitgleich zum Festival an der Moldau präsentierte EYZ über Internetstreaming ausgewählte Beiträge des laufenden Programms in Deutschland. Die Filmvorführungen mit anschliessender Diskussion fanden in zielgruppenorientierten und technisch innovativen Veranstaltungsorten in vier deutschen Städten statt:
Berlin: Tschechisches Zentrum
Dresden: Kulturzentrum "riesa efau" (in Kooperation mit Tierra Nuestra und Arche Nova).
Hamburg: Kino Metropolis
Hannover: Medienhaus Hannover
Die präsentierten Filme griffen aktuelle Themen auf: der UNO-Friedenstruppeneinsatz in der DR Kongo, die Arbeiterbewegungs- und Multikultiwurzeln der heute rechtsextremistisch durchsetzten Skinhead-Subkultur, traditionelle und moderne Auffassungen von Liebe und Partnerschaft bei muslimischen Frauen in Afghanistan und das Leben in unseren neuen Nachbarstaaten, die noch weitestgehend eine 'terra incognita' darstellen.
Die Anwendung des Internets als Mittel der Präsentation, Distribution und enger Verbindung von Filmen und Publikum half, den Gedanken von "einer Welt" zu unterstreichen: Eine Welt, die mit Hilfe moderner Technologien Menschenrechte und freie Verbreitung von Gedanken und Informationen unterstützt. Im Rahmen des Festivals sollte aufgezeigt werden, dass auch eine zweite, legale, öffentliche, gemeinnützige, innovative und im Grundsatz demokratische Seite der Verbindung von Internet und Film existiert. Vor allem das Spektrum der Filme, die sich von verschiedenen Blickwinkeln mit Menschenrechten auseinandersetzten, und die schnelle Verfügbarkeit wurde durch die Verbreitung über das Internet gefördert.
Der Programmaustausch Prag-Berlin durch Internetstreaming setzte Zeichen: Technologie leistete einen Beitrag zur unmittelbaren und umfassenden Menschenrechtsinformation. Außerdem vertiefte dieses Pilotprojekt die tschechisch-deutsche Kooperation im Bereich der Menschenrechtsarbeit und des kulturellen Austausches.
Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und Gustav-Heinemann-Initiative.
Eshq; Regie: Jana Poctová, CZ 2005, 56 min
Wie gestaltet sich Liebe in der muslimischen Welt? Wie wünschen sich afghanische Frauen ihren Traumpartner? Und wie kommen sie damit zurecht, dass traditionsgemäß die Wahl des zukünftigen Ehepartners von der Familie bestimmt wird? In sehr persönlichen Interviews mit afghanischen Frauen vor Ort versucht Poctová, sich dieser Mentalität zu nähern.
Kamenolom boží (God´s Stones Quarry); Regie: Bretislav Rychlík, CZ 2005, 88 min
Im Laufe eines Jahres, von Ostern 2003 bis Ostern 2004, hat der tschechische Dokumentarist und Aktivist Bretislav Rychlik Entwicklungen in der Region Nordböhmen mit der Kamera begleitet.
Skinhead Attitude; Regie: Daniel Schweizer F/D/CH 2003, 90 min
"Ich verstehe nicht wie jemand Teil der Skinheadbewegung und gleichzeitig Rassist sein kann. Skinheads kommen ja schließlich ursprünglich aus Jamaica," sagt ein Pionier des Musikstils Ska, mit dem Skinheads von Anfang an verbunden waren. Diese Worte bringen zum Ausdruck eines der vielen Paradoxien einer Bewegung, die von vielen mit Gewalt und Neonazi-Sympathien gleichgesetzt wird.
The Peacekeepers; Regie/Buch/Kamera: Peter Cowan Kanada, 2004, 86 min
The Peacekeepers ist eine komplexe und ausführliche Untersuchung der UNO-Friedenstruppenaktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo. Die Situation hier hat sich im Jahre 2004 so zugespitzt, dass eine Tragödie von Ruanda-ähnlichem Ausmasse drohte, während die Weltöffentlichkeit sich auf den Krieg im Irak konzentrierte.